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Danke, 2019!

Im Jahr 2019 war unser Team unterwegs bei vielen inspirierenden Pferden und Pferdemenschen – für 2020 sind bereits die ersten Projekte in Planung und wir freuen uns auf ein noch spannenderes Jahr. Willkommen im neuen Jahrzehnt, es wird fantastisch, da sind wir uns sicher!

Mein Fohlenkauf – Der Weg zum Traumpferd mit Franziska Sack

Franziska Sack kennen viele als FS Bildpoesie – die erfolgreiche Fotografin ist allerdings nicht nur hinter der Kamera, sondern auch auf dem Pferderücken unterwegs. Im vergangenen Jahr hat sie sich den Traum vom eigenen Fohlen erfüllt und mit „Fame“ ein buntes Ausnahmepony im Stall. 

Im vergangenen Jahr hast du es endlich gewagt und hast dir den Traum vom eigenen Fohlen erfüllt. Wie kam es zu diesem Schritt?

Ehrlich gesagt war es die berüchtigte Liebe auf den ersten Blick! Ich hatte mich ursprünglich nur mit einer Freundin, die in liebevoller Kleinzucht Deutsche Reitponies züchtet, zum Fotografieren ihrer beiden jüngsten Stutfohlen verabredet. Nachdem ich die Bilder mit der kleinen Fuchsstute im Kasten hatte, wechselten wir auf die nebenan gelegene Koppel zu Fame und Ihrer Mutter und die aufgeweckte Scheckstute entschied sofort, dass ich ihr Mensch sein soll. Es wurde geflirtet als gäbe es kein Morgen mehr, sie legte sich quasi auf mich drauf und forderte sofort alle möglichen Streicheleinheiten ein. Zum Abschied lief sie mir sogar hinterher und wieherte mich an.Mein Herz machte einen großen Hüpfer und nach einigen schlaflosen Nächten und weiteren Besuchen (auch gemeinsam mit meinem Freund) entschieden wir uns der Kleinen nachzugeben und sie in unsere Familie aufzunehmen. Bis heute habe ich noch nie erlebt, dass ein Tier sich wirklich so intensiv für seinen Menschen entschieden hat und ich bereue es kein Stück, meinem Herz nachgegeben zu haben.

Was sind für dich die Vorteile an einem Fohlen gegenüber einem „fertigen“ Reitpferd?

In meinem besonderen Fall habe ich einfach das Glück die Züchterin schon seit Jahren zu kennen und mir bewusst zu sein, wie Fame die kommenden Jahre aufwachsen wird.Ich habe dabei das Privileg wirklich von Anfang an die Entwicklung auf Ihrem Weg zum Reitpony miterleben zu dürfen und schätze es ungemein, dass ich Ihre Ausbildung selbst bestimmen kann. Somit kann ich nicht nur von Anfang an schmusen so viel ich möchte, sondern auch selbst entscheiden, wann mein Pony bereit ist den nächsten (Ausbildungs-) Schritt zu gehen. Dies ermöglicht mir zukünftig auch gewisse Situationen besser einschätzen zu können – ich weiß schließlich, ob Sie diesbezüglich bereits prägsame Erfahrungen gemacht hat oder erst behutsam an etwas herangeführt werden muss. Die dabei entstehende Bindung ist für mich ein wirklich großer Pluspunkt.

Die Farbe deines Jungspunts ist sehr besonders: wolltest du schon immer einen Schecken haben und was planst du für eure Zukunft, sofern man das jetzt schon sagen kann?

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass ein Schecke und sogar auch eine Stute nicht so wirklich auf meiner imaginären Wunschliste für meinen pferdigen Nachwuchs standen.Mit meinem jetzt 18-jährigen Fjordwallach Basty musste ich in unserer Dressur“Karriere“ schon des Öfteren Sprüche unter der Gürtellinie über mich ergehen lassen und wurde vielleicht auch nicht immer ganz objektiv bewertet. Da ich gerne auch weiterhin auf Dressurturnieren starten möchte, hätte ich mir daher wohl bei einer bewussten Pferdesuche eher etwas „Konventionelles“ ausgesucht.Aber wo die Liebe nun einmal hinfällt  Aufgrund von Fames dressurbetonter und mit dem Vizebundeschampion 2018 „Herzkönig“ als Vater auch vielversprechenden Abstammung hoffe ich natürlich sehr, dass wir zukünftig den Weg ins Dressurviereck finden und dort mit unserer Sonderfarbe ein bisschen für Abwechslung sorgen können. Wichtig ist mir aber natürlich erst einmal, dass sie gesund bleibt und zu einer stabilen und motivierten Stute heranwächst – wenn wir dann irgendwann im Viereck auch noch Schleifen sammeln, wäre das mein i-Tüpfelchen.

Wo liegen deiner Meinung nach die Tücken am Kauf eines Fohlens?

Selbstverständlich ist der Kauf eines Fohlens immer mit gewissen Risiken behaftet, über die ich trotz meiner Herzchenaugen intensiv nachgedacht habe.Die Abstammung des Fohlens kann schließlich noch so hervorragend aussehen – eine Garantie für einen gesunden, motivierten und rittigen Partner gibt es einfach nicht. Man geht somit die Gefahr ein, dass man nach 3-4 Jahren intensiver Aufzucht und Beschäftigung vielleicht ein Pony im Stall stehen hat, das nicht das gewünschte Gangbild, die erforderliche Größe oder Motivation in der täglichen Arbeit mit sich bringt. Des Weiteren kann es im Rahmen dieser Jahre des Aufwachsens natürlich auch immer passieren, dass sich das Fohlen beim Toben auf der Koppel so schwer verletzt, dass eine Reitkarriere von Anfang an ausgeschlossen werden muss.Letztendlich ist es natürlich auch alles eine Frage des finanziellen Puffers: Zwar mag ein Fohlen im Anschaffungspreis tendenziell unter dem Budget eines gerittenen Pferdes im besten Alter liegen, über die Jahre sammelt sich jedoch mit der Aufzucht, dem Einreiten und ggf. der Vorstellung bei bestimmten Leistungsprüfungen ein ordentlicher Betrag zusammen, der einen mit den Ohren schlackern lassen kann. Diesem sollte man sich also von Anfang an bewusst sein.

Hast du Tipps für eine gute Aufzucht von Fohlen, worauf sollte man achten?

Für mich ist eine Sache in der Aufzucht ganz besonders wichtig: Viel Bewegung mit gleichaltrigen Spielgefährten.Wie auch bei meinem Reitpferd ist mir eine ganzjährige Herdenhaltung an der frischen Luft wichtig – Fame steht dazu ab Oktober bis voraussichtlich April/ Mai nachts in einer Box, um beim norddeutschen Dauerregen auch mal trocknen zu können. Dazu sollte man selbstverständlich auf individuell abgestimmtes (Aufzuchts-) Futter sowie qualitativ hochwertiges Rauhfutter achten. Ich finde eine Herdenzusammensetzung aus jungen und bereits erfahreneren Pferden dabei ebenfalls von Vorteil, damit die Kleinen untereinander zwar Toben und einfach Pferd sein können, aber von den Großen auch mal in die Schranken gewiesen werden ;)Wichtig wäre für mich ebenfalls, dass es die Möglichkeit gibt mit dem Jungpferd bereits grundsätzliche Dinge wie Führen, Stehenbleiben oder Anbinden üben zu können ohne, dass ich mich dafür kilometerweit von den geliebten Spielgefährten entfernen muss und somit unnötigen Stress verursache. Mein Tipp Nummer 1 ist auf jeden Fall sich den Aufzuchtplatz in Ruhe anzusehen und zu schauen, ob die eigenen Topkriterien erfüllt werden. Es kann auch nicht schaden sich den Gesundheitszustand älterer Pferde des Hofes anzusehen und so abzuschätzen, ob die Tiere „gut im Futter stehen“ oder es offensichtliche Mangelerscheinungen gibt.

Der Alltag einer Sattlerin

Carolin Burmester ist als Saddlefitterin im Norddeutschen Raum tätig, das heißt sie ist hauptsächlich in Schleswig-Holstein, Niedersachen und Hamburg unterwegs. Die 27 Jährige vertreibt Sättel von Maxflex und von Custom, die sich von der Aufmachung und dem Angebot her ideal ergänzen.

Wann bist du Sattlerin geworden und warum?

Ich hatte schon immer eine große Leidenschaft dafür, Pferd und Reiter aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, zu analysieren und zu verstehen, woran manche Dinge scheitern. Der Sattel erschien mir dabei häufig als Störfaktor und selbstverständlich kam ich auch bei meinen eigenen Pferden an den Punkt, an dem der Sattel störte und ich zu hinterfragen begann, warum das so ist und warum der Großteil der Pferde die selben Probleme hat. Als sich die Möglichkeit zur Ausbildung und Qualifikation ergab, war der Berufswunsch für mich sofort klar definiert und ich machte mich 2013 mit der Firma „Umgesattelt – Sattelergonomie“ selbständig.

Was sind für dich die wichtigsten Aspekte bezüglich einer korrekten Sattelanpassung?

Ich stelle täglich fest, wie unterschiedlich Pferd- und Reiterpaare sind. Es gibt biomechanische Grundsätze, nach denen Sättel angepasst werden. Und es gibt die individuellen Bedürfnisse, die sowohl das Pferd, als auch der Reiter mitbringen, die gelegentlich abweichen von dem, was im klassischen Sinne als richtig gilt. Für mich ist der wichtigste Aspekt meiner Arbeit, beide Bedürfnisse in Einklang zu bringen, genau hinzusehen, wo der „Wohlfühlfaktor“ auf Funktionalität trifft.

Welche Punkte werden deiner Meinung nach häufig bei der Sattelanpassung unterschätzt?

Die Anatomie des Reiters und die richtige Wahl des Sattelbaues. Reiter wollen ihrem Pferd das Beste ermöglichen und vergessen sich dabei häufig selbst. Es ist Gefühl und Auge für losgelassenes Sitzen notwendig, um erkennen zu können, welcher Sattel den Reiter optimal unterstützt und welche Vorraussetzungen der Sattel haben muss, damit der Reiter bestmöglich sitzen kann. Bei der Wahl des Sattelbaums wird häufig auf die äußere Passform geschaut, nicht aber berücksichtigt, welcher Sattelbaum für Rasse, Exterieur, Bewegungsablauf, Ausbildungsstand und Wohlbefinden das Beste ist. Der Markt bietet unglaublich viele verschiedene Formen und Materialien und es ist nicht jeder Sattelbaum, so innovativ er auch sein mag, für jedes Pferd geeignet.

Welche Innovationen würdest du dir auf dem Sattelmarkt wünschen?

Mir gefallen viele Sättel in ihrer Bauweise und Gestaltung gut. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann eine Art Techniksattel, der sich nach einer druckgemessenen Bildgebung auf dem Pferd punktuell anpassen lässt, in jede Richtung – also eine Art futuristischen Zaubersattel.

Was sind die Besonderheiten der Marken, mit denen du zusammen arbeitest und wieso hast du dich für genau diese Marken entschieden?

Ich habe zwei Hersteller im Sortiment, die sich für mein Empfinden optimal ergänzen. Die Firma Custom Saddlery bietet unterschiedliche, hoch entwickelte Sattelbäume und ein außergewöhnliches Sitzgefühl für die allerhöchsten Ansprüche. Die Anpassungsmöglichkeiten sind vielfältig und mich hat von Anfang an fasziniert, wie diese Sättel Pferd und Reiter verschmelzen lassen. Die Firma Maxflex steht für einen flexiblen Sattelbaum, der absolut überdurchschnittliche Anpassungsmöglichkeiten bietet und hat eine Palette unterschiedlichster Sättel für jede Sparte. Es ist ein großartiges Erlebnis für jeden Reiter, unabhängig von Reitweise oder Rasse des Pferdes, einen Sattel finden zu können, der genau das widerspiegelt, was der Reiter in seiner individuellen Beziehung zum Pferd definiert.

Welchen Tipp würdest du Reitern mitgeben, wenn es um das Thema „der richtige Sattel für mein Pferd und mich“ geht?

Jeder, der Verantwortung für ein Pferd hat oder übernimmt, entwickelt ein Bauchgefühl. Und zwar nicht für den Charme des Saddlefitters, sondern für sein Pferd. Beim Probereiten ist es wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, sich einen Moment nur für sich zu nehmen und in das jeweilige Modell hineinzufühlen. Ist das der richtige Sattel? Wie fühlt sich mein Pferd wirklich an? Man sollte sich die Zeit nehmen, ein Gefühl dafür zu entwickeln was man wirklich braucht.