Autor: Harriet Jensen

Inklusive Pferd

Alles begann im Sommer 2017 mit einem Aufruf auf Facebook: „Ich möchte Pferde und Reiter fotografieren, die aus dem Raster fallen. Die anders sind. Die eine besondere Geschichte zu erzählen haben.“, schrieb Diana Wahl, die vor allem durch ihre außergewöhnlichen Goldpferd-Fotografien weltweit bekannt geworden ist. Die Resonanz auf diese zwei Zeilen war immens, es meldeten sich Reiter, die entweder selbst körperlich eingeschränkt sind oder die Pferde haben, die beispielsweise eines oder beide Augen verloren hatten. Das Feedback war deutlich größer, als Diana es erwartet hatte und die Auswahl der zu fotografierenden Paare für das Projekt fiel ihr schwer.  Am Ende suchte sie 15 Paare aus, die sie fotografieren wollte. Das Projekt sollte größer werden und so entstand die Idee eines Bildbands mit dazugehörigem Blog. Nachdem Diana ein paar Shootings abgeschlossen hatte, musste das Projekt unerwartet pausieren. Die Karriere der Fotografin nahm richtig Fahrt auf und so fehlten schlicht und ergreifend die Ressourcen für das Herzensprojekt der besonderen Pferde mit den dazugehörigen Menschen. Damals schafften es nur wenige der Fotos in die Öffentlichkeit und schlussendlich wurde …

Von Pforzheim nach Arizona – Elena Dotoli

„Ich glaube ich wollte die Fotografie professionalisieren, als ich nicht mehr nur meine Freundinnen fotografisch im heimischen Stall oder auf dem Turnier begleitet habe, sondern auch Anfragen von fremden Menschen ins Haus geflattert sind.“, antwortet Elena auf die Frage, wie sie eigentlich professionelle Fotografin geworden ist. Elena Dotoli ist mittlerweile hauptberufliche Fotografin, nachdem sie sechs Jahre lang nebengewerblich tätig war. Im Januar 2020 kehrte die 32 Jährige ihrer Heimatstadt Pforzheim den Rücken und wohnt nun in Arizona. „Als ich aufgrund unseres angedachten Umzugs nach Amerika meine Stelle als Erzieherin im städtischen Kindergarten kündigen musste, machte ich mich endgültig selbständig. Die geplante Auswanderung hat sich damals um weitere drei Monate nach hinten verzögert. Im Nachhinein hätte es nicht besser laufen können, weil ich diesen Schritt sonst niemals gewagt hätte.“, beschreibt sie den großen Schritt in die völlige Selbständigkeit. Sie konnte in dieser Zeit sehen, dass sie durchaus von der Fotografie alleine leben könne. „Rückblickend war das letzte Jahr auch eines meiner schönsten beruflichen Jahre, weil ich mich ganz auf die Fotografie konzentrieren konnte. Ich habe aber …

Juan Matute Guimon auf dem Weg der Besserung

Der spanische Dressurreiter Juan Matute Guimón wurde nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus operiert – sieben Stunden lang dauerte die OP. Am Dienstag war Juan Matute Guimón bewusstlos zusammengebrochen, nachdem er eine Gehirnblutung erlitt. Im Universitätsklinikum in Madrid musste er sich bereits einer dreistündigen Operation unterziehen, um die Blutung zu stoppen. Allerdings gab es dabei Komplikationen. Eine Entzündung musste gehemmt werden, um dann mit einer zweiten Operation fortzufahren. Diese Operation sei gut verlaufen, so sein Schwester Paula Matute Guimón auf ihrer Instagram-Seite: „Bruder, heute hast Du Dich selbst übertroffen! Die Operation war ein 100-prozentiger ERFOLG! Sie werden Dich nun noch eine Woche in Ruhe halten, damit Du Dich von der Operation erholen kannst, aber kommende Woche wirst Du wieder bei uns allen sein.“ Wir drücken Juan von ganzem Herzen alle Daumen die wir haben, dass es auch weiterhin bergauf geht!

Juan Matute Guimon in „Kritischem Zustand“ im Krankenhaus

Juan Matute Guimon ist wohl eine der herausragendsten Persönlichkeiten des internationalen Dressursports. Der 23-Jährige ist ein Kandidat für das Spanische Olympiateam und blickt bereits auf eine lange Liste an Erfolgen zurück. Am Dienstag wurde er mit einer Hirnblutung in ein Krankenhaus nach Madrid gebracht. „Juan hatte in der vergangenen Woche Kopfschmerzen, wir dachten jedoch, dass es sich um eine Allergie handelt. Nachdem Juan heute mit dem Reiten fertig war, fühlte er sich unwohl und verlor das Bewusstsein. Er wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Er hat eine ernst zu nehmende Blutung im Gehirn und befindet sich in einem kritischen Zustand.“ berichtete sein Vater Juan Matute Azpitarte gegenüber Dressage News.

„Ich muss einfach merken, dass es menschelt“ – Im Gespräch mit Kristin Rösch

In der Pferdewelt wird es kaum jemanden geben, der Kristin und ihre beiden Pferde Dismero und Dan Kano AT nicht kennt. Vor ziemlich genau drei Jahren fing sie mit ihrer Instagramseite „@derdismero“ an und mittlerweile verfolgen über 100.000 Menschen den Alltag von der 26 Jährigen und ihren Vierbeinern. Aus dem einstigen Hobby ist mittlerweile ein Beruf geworden, denn heute arbeitet sie selbständig als Online Marketing Consultant, Texterin, Influencerin und Podcasterin – alles im Bereich Reitsport. Aufgewachsen in einer Reiterfamilie in der Nähe von Nürnberg ist es kein Wunder, dass sie bereits mit sechs Jahren das erste Mal auf einem Pony saß. „Meine erste Reitstunde hatte ich mit einem dicken, braunen Schulpony, auf dem ich mich ungelenkig aber sehr konsequent durch die Windmühle und andere Highlightübungen an der Longe gequält habe. Mein erstes eigenes Pony hatte ich dann mit neun und auf’s Großpferd bin ich mit zwölf umgestiegen. Viel zu früh, weil wir dachten, ich würde sonst eventuell zu schnell aus einem neuen Pony rauswachsen. Heute bin ich – wie mein Papa sagt – mit 1,58 m auf’s Beste reduziert und reite …

Die ersten Schritte mit Kandare

Ab L** wird auf Turnieren in Dressurprüfungen meist mit Kandare geritten – ab M ist es sogar, sofern nicht anders ausgeschrieben, Pflicht. Dieser Schritt ist eine Herausforderung, denn die Voraussetzung für den Griff zur Kandare – und damit der nächste Schritt in der Ausbildung zum Dressurpferd und idealerweise ein Aufstieg in der Prüfungsklasse auf dem Turnier – ist die Fähigkeit des Reiters, das Pferd auf Trense in korrekter Anlehnung zu reiten und mit Schub aus der Hinterhand über einen schwingenden Rücken an die Hand heran zu arbeiten. Das Pferd muss diese Hilfen natürlich zulassen, denn wenn es an dieser Stelle hapert, ist das Pferd-Reiter-Paar noch nicht bereit, den nächsten Schritt zu gehen.  Gleichgewicht und Losgelassenheit sind die Schlüsselwörter, wenn es um den Umstieg auf das gelegentliche Training mit Kandare geht. Es ist essentiell wichtig, dass der Reiter unabhängig von seinen Zügeln sitzen kann und in der Bewegung des Pferdes mitgeht und das Pferd nicht in seinem Ablauf stört. An dieser Stelle sei gesagt, dass jeder Reiter, unabhängig von der Wahl des Gebisses, unabhängig von den …

Wie bereite ich einen Hengst auf die Körung vor?

Ein Interview mit Eirik Erlingsen Eirik Erlingsen ist gebürtiger Norweger und hat 1999 mit der Ausbildung zum Pferdewirt mit dem damaligen Schwerpunkt Zucht und Haltung begonnen. Nachdem er diese ebenso wie die Weiterbildung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten abgeschlossen hatte, absolvierte er 2005 die Meisterprüfung „Zucht und Haltung“, um dann in den Prüfungsausschuss der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für angehende Pferdewirte Zucht und Haltung und Service und Meisteranwärter berufen zu werden. Im Landgestüt Celle hat er mittlerweile den Dienstgrad eines Sattelmeisters und ist verantwortlich für eine EU-Besamungsstation und mitverantwortlich für die Lehrlings- und Jungpferdeausbildung.  Woran erkennt man eigentlich einen Köranwärter, was muss ein Hengst mitbringen, um überhaupt auf einer Körung punkten zu können?  Neben einem korrekten Exterieur, guten Bewegungen und beim Springhengst der entsprechende Springanlagen, muss bei der Entscheidung, ob man den Hengst vorbereiten möchte auch das „gewisse Etwas“ rüber kommen. Junge Pferde in diesem Alter können sich innerhalb sehr kurzer Zeit bei guter Pflege, Arbeit und Fütterung wahnsinnig weiterentwickeln, aber das gewisse Etwas müssen sie von sich aus mitbringen. Nach welchen Kriterien entscheidet man, ob der Hengst …

Augenerkrankungen bei Pferden

Das Blickfeld eines Pferdes ist bemerkenswert: je nach Neigungswinkel des Kopfes kann ein Pferd 360° erblicken und Bewegungen in weiter Entfernung wahrnehmen, die für den Menschen erst einmal verborgen bleiben. Zwar können sie sich langsamer an die Dunkelheit gewöhnen, doch sobald sich die Augen an die schlechteren Lichtverhältnisse angepasst haben, können sie deutlich besser sehen, als wir Menschen. Die Pferdeaugen sind den Bedürfnissen des Flucht- und potentiellen Beutetier perfekt angepasst. Sie liegen seitlich am Pferdekopf und bieten dem Pferd so die Möglichkeit, sich einen Rundblick zu verschaffen. Dadurch erkennt es eventuelle Gefahrenquellen sehr schnell, nicht zuletzt, weil es sowohl in der Ferne, als auch in der Nähe gleichzeitig scharf sehen kann – dafür können Pferde räumlich nur bedingt gut sehen. Dies behindert sie allerdings nicht, denn das räumliche Sehvermögen wird durch ein gutes fotografisches Gedächtnis wettgemacht, welches sie durch positive und negative Erfahrungen schnell handeln lässt. Der Kopf des Pferdes fungiert übrigens wie eine Art Objektiv, welches je nach Neigungs- und Höhenwinkel die Objekte „scharf stellt“, die das Pferd taxieren möchte. Unter anderem ist es …

Die Sinnesorgane der Pferde

Als Reiter kennt man es zur meist zur Genüge: offensichtliche Dinge finden Pferde nur selten aufregend, wohingegen ein Schatten, eine Pfütze oder die kleine Ansammlung an Blumen am Waldrand plötzlich zum Schreckgespenst werden können. Nehmen Pferde unsere Umwelt anders wahr, als Menschen? Allen voran muss gesagt werden, dass Pferde Fluchttiere sind, das bedeutet, dass sie instinktiv mit Gefahren rechnen und ihre Umgebung mit den verschiedenen Sinnesorganen im Visier haben, um nicht als Beutetier zu enden. Die Evolution hat es zudem so eingerichtet, dass Pferde einen „Rundblick“ haben: die seitlich angebrachten Augen ermöglichen den Pferden – bis auf den berüchtigten kleinen, toten Winkel – ihre ganze Umgebung zu sehen. Durch die Augenstellung kann jedes Pferdeauge einen anderen Abschnitt der Umgebung wahrnehmen, was auch der Grund ist, weswegen Pferde häufig Bewegungen schneller wahrnehmen, als wir Reiter. Auch in der Dunkelheit sind uns Pferd mit ihren Augen deutlich überlegen, denn auch bei wenig Licht oder sogar in dunkler Nacht können sie gut sehen, auch wenn ihre großen Augen sich langsamer an schlechte Lichtverhältnisse gewöhnen, als beispielsweise das menschliche …

Versicherungen für Pferde

Pferd und Reiter gut abgesichert Die meiste Zeit genießen wir Reiter das Leben mit unseren Pferden und Probleme möchte man idealerweise nicht im Kopf haben. Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite muss man sich auch mit den unbeliebten „Was passiert eigentlich, wenn…?“-Fragen auseinandersetzen. Versicherungen sind ein enorm wichtiges Thema, denn gerade im Umgang mit unseren vierbeinigen Gefährten kann, bei aller Vorsicht, doch mal etwas schief gehen. Auch mit bester Umsicht ist man vor Krankheiten oder Unfällen leider nicht immer in Sicherheit. Neben den gängigen Versicherungen, die für einen längeren Zeitraum abgeschlossen werden, gibt es auch kurzfristige Versicherungen, die beispielsweise für gezielte Transporte abzuschließen sind. Idealerweise setzt man sich mit dem Versicherungsmakler seines Vertrauens zusammen und bespricht, welche Punkte wichtig sind und auf was man verzichten könnte.  Haftpflichtversicherung Diese Versicherung ist eigentlich eine Pflichtversicherung – zwar ist sie gesetzlich nicht vorgeschrieben, doch viele Reitstallbetreiber verlangen von ihren Einstellern den Nachweis über einen abgeschlossen Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Und das ist auch gut so, denn diese Versicherung schließt – je nach Anbieter – diverse Schäden ein, die …