Fotografie
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Von Pforzheim nach Arizona – Elena Dotoli

„Ich glaube ich wollte die Fotografie professionalisieren, als ich nicht mehr nur meine Freundinnen fotografisch im heimischen Stall oder auf dem Turnier begleitet habe, sondern auch Anfragen von fremden Menschen ins Haus geflattert sind.“, antwortet Elena auf die Frage, wie sie eigentlich professionelle Fotografin geworden ist. Elena Dotoli ist mittlerweile hauptberufliche Fotografin, nachdem sie sechs Jahre lang nebengewerblich tätig war. Im Januar 2020 kehrte die 32 Jährige ihrer Heimatstadt Pforzheim den Rücken und wohnt nun in Arizona.

„Als ich aufgrund unseres angedachten Umzugs nach Amerika meine Stelle als Erzieherin im städtischen Kindergarten kündigen musste, machte ich mich endgültig selbständig. Die geplante Auswanderung hat sich damals um weitere drei Monate nach hinten verzögert. Im Nachhinein hätte es nicht besser laufen können, weil ich diesen Schritt sonst niemals gewagt hätte.“, beschreibt sie den großen Schritt in die völlige Selbständigkeit. Sie konnte in dieser Zeit sehen, dass sie durchaus von der Fotografie alleine leben könne. „Rückblickend war das letzte Jahr auch eines meiner schönsten beruflichen Jahre, weil ich mich ganz auf die Fotografie konzentrieren konnte. Ich habe aber auch nonstop gearbeitet, selbst im Urlaub.“

Pferde sind für sie die schönsten Tiere der Welt: „Ich finde es bis heute einfach nur unfassbar, dass der Mensch es geschafft hat, diese Wesen zu domestizieren. Ich finde es bei jedem einzelnen Pferd bewundernswert, dass es einen Reiter akzeptiert und auf dem Rücken trägt!“ sagt Elena, die wie die meisten Pferdefotografen über die eigene Leidenschaft zu den Pferden und allgemein Tieren gekommen ist. Sie besitzt selbst eine sechsjährige Stute von Dante Weltino, die bereits als Fohlen ihren Weg zu ihr gefunden hat. Ebenso bereichert ihr Hund „Frida“ ihren Alltag.

Ihre Fotos strahlen immer das „gewisse Etwas“ aus und wer einmal ein Foto von Elena gesehen hat, der erkennt ihren Stil auf allen weiteren Bildern sofort wieder. „Wenn ich freie Projekte umsetze und tatsächlich das fotografieren kann, was ich möchte und unabhängig von Kundenwünschen agieren kann, achte ich auf eine gelungene Mischung aus Emotionen und Beziehung zwischen Pferd und Reiter, in Verbindung mit Produkten wie Sattel, Reitmodel, Trense oder Schmuck. Die Shootings sind zu 90% davon inspiriert, was ich in diesem Moment sehe und fühle. Sie sind immer intuitiv!“, schwärmt sie. Auch bei der Bearbeitung lässt sie sich ganz von ihrem Gefühl leiten: „Jeder Kunde, jedes Model und jedes Produkt ist anders und individuell und so sollte jedes dieser Elemente auch präsentiert werden.“ Ihre neue Bildstrecke „Into the Spotlight“ zeigt die Pferde genau so, wie Elena sie sieht: elegant und präsent. Dabei legt sie Wert auf eine cleane und pure Darstellung. „Diese Serie ist ganz anders als das, was ich sonst mache. Eine tolle Gelegenheit, die mir Corona und damit die zusammenhängende „Mehrzeit“ die ich hatte geboten hat“, erklärt sie.

Diese Leidenschaft spürt man, auf die Frage, was sie am schönsten an ihrem Beruf finden würde, antwortet sie: „Alles. Ich liebe den Kontakt zu Menschen und Tieren, ich liebe es, auf Tour zu sein, ich liebe es, neue Städte, Ställe und Menschen kennen zu lernen. Ich liebe die Fotografie, aber ganz besonders liebe ich es, Bilder zu retuschieren. Das gibt mir ein Gefühl der völligen Entspannung!“ erklärt sie uns. Die Entspannung merkt man ihr auch an, wenn man mit ihr über ihre Träume und Ziele spricht: „Ich bin glaube ich was das angeht vielleicht etwas anders, denn ich habe keine wirklichen großen Träume sondern nehme das Leben lieber wie es ist. Chancen ergreife ich, Misserfolge akzeptiere ich.“ sagt sie und führt weiter aus: „Ich finde, ich habe so die Möglichkeit, mein Leben facettenreicher zu leben, weil ich nicht auf meine großen Träume hinarbeite und zielstrebig einen Weg verfolge, sondern mich vom Leben treiben lasse und in alle Richtungen schauen kann.“

Diese entspannte Einstellung ist vermutlich auch der Grund, weswegen sie den Umzug in die USA in Angriff genommen hat: „Wir sind in die USA gezogen, weil wir die Möglichkeit bekommen haben und diese nutzen wollten. Ich war mit 20 Jahren als Aupair in London und es war eine so schöne Zeit, dass ich jedem raten kann, eine solche Option immer zu nutzen!“ sagt sie. Ihr Visum läuft fünf Jahre, wie lange sie tatsächlich bleiben, ob sie früher nach Hause kommen oder sogar eine Green Card anstreben, das steht zum aktuellen Zeitpunkt noch in den Sternen. Momentan gefällt ihr Arizona aber sehr: „Das Wetter ist toll, die Menschen sind unfassbar freundlich, kommunikativ und aufgeschlossen. Es gab bisher noch keinen Spaziergang mit unserer Hündin Frida, an dem wir keine neuen Bekanntschaften geschlossen haben!“ – man bekommt fast ein wenig Fernweh, wenn man die Instagram-Stories auf ihrem Account @elena_dotoli verfolgt. Dort gewährt sie nämlich regelmäßig Einblicke in ihr neues Leben in den USA. Ganz entspannt und nahbar, wie Elena eben ist.

Elena mit ihrer Hündin „Frida“
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Fotografie

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