Gesundheit
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Kolik bei Pferden

Eine Kolik ist der Albtraum eines jeden Pferdebesitzers – es gibt Pferde, die leider „chronische“ Kolikpferde sind und bei denen sich bereits ein Wetterumschwung oder eine Stimmungsschwankung auf den Darm auswirkt, andere wiederum ereilt dieses Schicksal in ihrem ganzen Pferdeleben glücklicherweise nie. 

Das Verdauungssystem der Pferde ist ein wahrer Hochleistungsapparat, der allerdings gleichzeitig auch sehr anfällig für Störungen jeglicher Art ist. Pferde können aus diversen Gründen Bauchschmerzen oder im schlimmsten Fall eine Kolik erleben, wenn sich ihre Umwelt ändert – ebenso wie Menschen gibt es Pferde, die auf Stresssituationen, Futterumstellung oder Wetterumschwüngen mit einem gestörten Verdauungssystem reagieren. Das knifflige an der Situation ist, dass es verschiedene Ausprägungen von Koliken gibt und dass sich die Symptome auch unterschiedlich äußern.

Hier geht es zu dem Beitrag über das Verdauungssystem des Pferdes.

Warnsignale sollten immer sein:

  • Das Pferd frisst nicht
  • Das Pferd dreht Kopf und Hals immer wieder zu seinem Bauch und stupst ihn an oder beißt sich sogar selbst leicht in die Seiten
  • Das Pferd tritt sich selbst immer wieder gegen den Bauch
  • Das Pferd möchte sich wälzen oder wälzt sich, ist unruhig und springt schnell wieder auf

Die Anzeichen einer Kolik müssen immer ernst genommen werden, da eine Nichtbehandlung im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Sobald eines oder mehrere dieser Anzeichen wahrgenommen werden, sollte man sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen – hier gilt immer die Devise, dass man lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Tierarzt rufen sollte, denn gerade bei einer Kolik kann jede Minute kostbar sein. Eine frühzeitig erkannte Kolik hat deutlich höhere Chancen auf eine Heilung im heimatlichen Stall, ansonsten bleibt einem nur selten die Fahrt in die Klinik erspart. Wenn das Pferd nur schwache Symptome einer Kolik zeigt, so kann man es führen, dass die Pferde sich nicht hinlegen dürfen stimmt nicht in allen Fällen, allerdings sollte man versuchen, bevor kein Tierarzt vor Ort gewesen ist, das Wälzen zu unterbinden.

Ist der Tierarzt vor Ort – eine Kolik ist im Übrigen ein Notfall und die Tierärzte kommen sofort, auch an Wochenenden oder nachts – so wird dieser erst einmal das Pferd allgemein untersuchen, unter anderem wird er eine Rektaluntersuchung und eventuell auch eine Untersuchung mittels einer Nasen-Schlund-Sonde durchführen. Dies geschieht, um den Füllstand des Magens bestimmen zu können, denn bei einer Dünndarm-Störung ist nächste Vorsicht geboten, da dieser leichter als bei anderen Lebewesen platzen kann. Schlussendlich wird meist noch ein Medikament zur Entkrampfung, Schmerzlinderung und Beruhigung des Verdauungstrakts gespritzt. Wurde rechtzeitig eingegriffen und handelt es sich um keinen Härtefall, ist hiermit die Kolik in den meisten Fällen schnell erledigt und behandelt. Natürlich muss das Pferd weiterhin beobachtet werden, jedoch hat man größeres Übel noch abwenden können.

Es gibt allerdings auch andere Kolikformen, beispielsweise kann sich der Dickdarm verlagern. Der Dickdarm ist insgesamt sechs bis neun Meter lang und liegt ohne feste Fixierung in der Bauchhöhle. Durch die Beweglichkeit dieses Darmabschnitts kann dieser sich um sich selbst drehen, sich nach rechts verlagern oder sich über das Milz-Nieren-Band legen. Wenn dies geschieht, so ist es leider nicht mit einer Spritze getan, diese Form der Kolik muss operiert werden.

Das Thema Kolik-Operation spaltet die Reiterwelt – während einige das Pferd ohne nachzudenken sofort operieren lassen würden, wenn es nötig ist, denken andere Pferdebesitzer eher über das Erlösen des Tieres nach, denn bei aller Tierliebe und dem Wunsch nach Überleben darf man nie außer Acht lassen, dass eine Kolik-Operation ein massiver Eingriff ist. Auch gibt es bei besonderen Härtefällen die Variante, dass eine Operation zwar durchgeführt wird, wenn die Tierärzte in der Klinik allerdings während der Operation merken, dass die Chancen auf eine Genesung nach dem Aufwachen sehr gering sind, sie sich nach Absprache mit dem Pferdebesitzer dagegen entscheiden, das Pferd wieder aus der Narkose aufwachen zu lassen. All das sind Themen und Möglichkeiten, über die man zwar nicht gerne nachdenkt, die allerdings ein Teil der Verantwortung darstellen, die wir unseren Tieren gegenüber eingegangen sind.

Entscheidet man sich für eine Operation, so wird das Pferd in der Klinik in eine Vollnarkose gelegt und der Bauchraum wird geöffnet, damit der operierende Arzt sich die einzelnen Darmabschnitte ansehen und das Problem genau lokalisieren kann, eventuelle Verstopfungen lösen und schlussendlich die Darmteile wieder an ihren richtigen Platz bringen kann. Selbst nach einer erfolgreichen Operation bleibt das Pferd erst einmal in Intensivpatient, der für mehrere Tage die volle Aufmerksamkeit des Klinik-Teams benötigt, unabhängig von der Tages- oder Nachtzeit. Die Kosten einer Kolik-Operation schwanken, das kommt auf die Schwere des Falles an, in der Regel belaufen sie sich in der Klinik auf 5.000 bis 15.000 Euro und im heimischen Stall zwischen 500 und 1.500 Euro. Es kann also durchaus ratsam sein, eine OP Versicherung für sein Pferd abzuschließen.

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