Gesundheit
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Augenerkrankungen bei Pferden

Das Blickfeld eines Pferdes ist bemerkenswert: je nach Neigungswinkel des Kopfes kann ein Pferd 360° erblicken und Bewegungen in weiter Entfernung wahrnehmen, die für den Menschen erst einmal verborgen bleiben. Zwar können sie sich langsamer an die Dunkelheit gewöhnen, doch sobald sich die Augen an die schlechteren Lichtverhältnisse angepasst haben, können sie deutlich besser sehen, als wir Menschen.

Foto: http://www.pferdeauge.de

Die Pferdeaugen sind den Bedürfnissen des Flucht- und potentiellen Beutetier perfekt angepasst. Sie liegen seitlich am Pferdekopf und bieten dem Pferd so die Möglichkeit, sich einen Rundblick zu verschaffen. Dadurch erkennt es eventuelle Gefahrenquellen sehr schnell, nicht zuletzt, weil es sowohl in der Ferne, als auch in der Nähe gleichzeitig scharf sehen kann – dafür können Pferde räumlich nur bedingt gut sehen. Dies behindert sie allerdings nicht, denn das räumliche Sehvermögen wird durch ein gutes fotografisches Gedächtnis wettgemacht, welches sie durch positive und negative Erfahrungen schnell handeln lässt. Der Kopf des Pferdes fungiert übrigens wie eine Art Objektiv, welches je nach Neigungs- und Höhenwinkel die Objekte „scharf stellt“, die das Pferd taxieren möchte. Unter anderem ist es deswegen so wichtig, Springpferde im Parcours rechtzeitig auf den neuen Sprung aufmerksam zu machen und sie mit einer höheren Kopfhaltung laufen zu lassen, um sie nicht zu überraschen – das macht zum Beispiel ein Stechen zu einer enormen Herausforderung, denn hier kommen Sprünge häufig aus engen, schnellen Wendungen und es erfordert enormes Geschick, Vertrauen und Einfühlungsvermögen, diese Hürden gemeinsam zu meistern.

Hier geht es zu dem Beitrag über die Sinnesorgane des Pferdes.

Das Auge dient dem Pferd als starkes Sinnesorgan, mit dem es nicht nur seine potentiellen Feinde, sondern auch seine Freunde aus der Herde erkennen kann. Wenn eines oder sogar beide Augen in Mitleidenschaft gezogen sind, büßt das Pferd einen wichtigen Part ein und deswegen ist es ratsam, den Augen besonders viel Beachtung zu schenken. Gerade in der Sommerzeit, wenn viele Fliegen in den Ställen unterwegs sind, sind tränende Augen keine Seltenheit und oftmals auch kein Grund zur Beunruhigung. Um die Fliegen daran zu hindern, an die Augen zu gehen, kann man dem Pferd eine Fliegenmaske oder ein Halfter mit einem Fransenstirnriemen aufsetzen, um so die Fliegen daran zu hindern, eine bakterielle Entzündung hervorzurufen. Doch wie bei so vielen anderen Erkrankungen auch, steckt der Teufel oftmals im Detail und ein Auge, welches harmlos zu tränen scheint, sollte erst beobachtet werden und dann im Zweifel einem Tierarzt gezeigt werden. Selbst sollte man nicht zur Tat schreiten und das Auge behandeln, ebenso sollte man bereits geöffnete Augensalben meiden, da diese verunreinigt sein könnten.

Um Gewissheit über den Gesundheitszustand der Augen zu haben, gerade, wenn diese stark Tränen oder gar Eiter vorhanden ist, muss ein Tierarzt eine Untersuchung vornehmen, wo er unter anderem den Tränen-Nasen-Kanal spülen wird. Zusätzlich erhält das Pferd ein Antibiotikum und, sofern die Hornhaut intakt ist, eine cortisonhaltige Creme. Doch neben einer „klassischen“ Bindehautentzündung können zusätzlich noch weitere Verletzungen am Auge entstehen, beispielsweise als Folge der Bindehautentzündung, wenn sich das Pferd aufgrund des Juckreizes stark gescheuert hat. Kleine Verletzungen an der obersten Hornhautschicht heilen in der Regeln von alleine innerhalb weniger Tage, allerdings gibt es auch deutlich schwerere Fälle, wo eventuell sogar chirurgische Maßnahmen ergriffen werden können. Das Auge des Pferdes ist zwar ein ausgeklügeltes Sinnesorgan, welches dem Pferd einen Rundblick ermöglicht, doch gerade die Lage der Augen, die für diesen Vorteil zuständig ist, ist gleichzeitig das Manko. Durch die seitlich angebrachten Augen sind sie verletzungsgefährdet durch Stürze, Scheuern oder dumpfe Stöße gegen beispielsweise Tröge oder Zaunpfähle.

Ein weitere Erkrankung, welche für viele zum Albtraum geworden ist, ist die periodische Augenentzündung, die bis hin zum Verlust eines oder sogar beider Augen führen kann und die häufigste Erblindungsursache für Pferde darstellt. Eine Vorbeugung ist leider nicht möglich, was diesen Krankheitsverlauf umso tragischer macht. Äußern tut sich die Krankheit wie eine klassische Augenverletzung, anfangs ist sie von einer Bindehautentzündung nicht großartig zu unterscheiden, weswegen große Vorsicht geboten ist und man im Zweifel lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig den Tierarzt rufen sollte. Symptome können beispielsweise sein:

  • Pferd kneift eines oder beide Augen zusammen
  • Eines oder beide Augen sind geschwollen
  • Eines oder beide Augen tränen

Meistens verläuft die Krankheit recht schmerzhaft, in einigen Fällen bleibt der Schmerz jedoch völlig fern. Bei einer periodischen Augenentzündung muss schnell gehandelt werden, denn je früher eingegriffen wird, desto höher stehen die Heilungschancen. Sobald die akute Entzündung abgeklungen ist, ist der beste nächste Schritt eine Operation, in der das Glaskörpermaterial des Auges mit einer Salzlösung ausgetauscht wird. Wurde die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt so hat ein Warmblut ein achtzig- bis neunzigprozentige Wahrscheinlichkeit auf eine vollständige Genesung. Leider gibt es auch Rassen, die genetisch prädestiniert für diese Krankheit sind, beispielsweise Appaloosas oder Knabstrupper. Bei einer genetisch bedingten periodischen Augenentzündung ist die Heilungsbilanz wenig zufriedenstellend, in den meisten Fällen kann der Krankheitsfortschritt nur verlangsamt werden. 

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