Gesundheit
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Pferde richtig impfen

Viele, die schon einmal den Stall gewechselt haben, stellen schnell fest, dass unterschiedliche Stallbetreiber unterschiedliche Richtlinien in Bezug auf die Impfpflicht ihrer Einsteller haben: während die einen beispielsweise auf die Herpesimpfung pochen, so ist sie anderen wiederum egal und sie überlassen es den Pferdehaltern, ob sie sich für oder gegen diese Impfung entscheiden. Außerdem gelten unterschiedliche Impffristen, je nachdem, ob man aktiv an Turnieren teilnimmt oder das Pferd nur auf der heimischen Anlage reitet. 

Ganz wichtig ist die Tetanusimpfung, sie ist ein ganz klares Muss im Pass eines jeden Pferdes. Die Influenzaimpfung wird von Tierärzten empfohlen, allerdings ist diese nur bei Turnierpferden Pflicht und im halbjährlichen Abstand durchzuführen. Außerdem empfehlen Tierärzte eine Impfung gegen Herpes, auch wenn sich hier teilweise die Geister scheiden, ob die Impfung eines einzelnen Pferdes Sinn macht, oder ob dann der komplette Bestand geimpft werden muss – und ob ein komplett geimpfter Bestand ad absurdum geführt wird, wenn geimpfte Pferde dann beispielsweise auf Turnieren mit nicht geimpften Pferden in Berührung kommen.

Zu Beginn eines gut geführten Impfpasses von Pferden steht – wie beim Menschen – die Grundimmunisierung. Ein Tier, welches nicht grundimmunisiert worden ist, muss theoretisch gar nicht weiter geimpft werden, da die Impfungen dann wirkungslos sind, der Immunschutz kann sich erst nach korrekt ausgeführter Grundimmunisierung bilden. Je nachdem, welchen Impfstoff man verwendet, erfolgt diese Grundimmunisierung nach zwei bis drei Impfungen. Damit diese Grundimmunisierung nicht verloren geht, muss in unterschiedlichen Abständen in Form von Auffrischungsimpfungen nachgeimpft werden. Verpasst man hier einen Termin deutlich, so muss das Pferd neu grundimmunisiert werden. Dies gilt es zu vermeiden, da Impfungen eine starke Belastung für den Körper und Kreislauf sind, und man deswegen nicht lapidar mit dieser Thematik umgehen sollte.

Wie anfangs bereits erwähnt gelten für Turnierpferde andere Bestimmungen, da diese als Risikofaktoren gelten. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass der Influenzaschutz der Impfung nach einem halben Jahr abnimmt. Durch ihren regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen aus anderen Betrieben und Gegenden ist es umso wichtiger, dass sie gesund sind und ein ausgeprägtes Immunsystem haben, um nicht anfällig für Krankheiten zu sein und diese dann mit in den heimischen Stall zu tragen. Turnierpferde müssen deswegen alle sechs Monate (plus maximal 21 Tage) eine Auffrischungsimpfung für Tetanus und Influenza erhalten, andernfalls sind sie nicht startberechtigt. Pferde kommen allerdings nicht nur auf Turnieren mit fremden Pferden in Kontakt, sondern auch auf Lehrgängen oder ausgedehnten Ausritten, weswegen jeder Pferdehalter in so einem Fall entscheiden muss, ob er auch ohne die Teilnahme an Turnieren im halbjährlichen Rhythmus gegen Influenza impft, denn nachweislich besteht ein kompletter Schutz nur beim sechsmonatigen Impftabstand.

Im Ausland wird es nicht immer so eng gesehen, dort reicht es beispielsweise (je nach Land) aus, wenn man für Starts an nationalen Turnieren jährlich einen Termin mit dem Tierarzt vereinbart. Die FEI folgt, ebenso wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung, unter anderem den Erkenntnissen der StIKoVet (Die Ständige Impfkommission Veterinär), welche aus einer unabhängigen Expertengruppe besteht und dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit angegliedert ist, sodass für internationale Turniere die eine halbjährliche Impfpflicht besteht. Es ist besonders auffällig, dass in den Ländern, in denen keine halbjährliche Impfpflicht herrscht, Influenza-Wellen deutlich häufiger vorkommen und für ganze Pferdebestände zur Gefahr werden können. Dementsprechend ist es umso wichtiger, gewissenhaft mit dieser Thematik umzugehen und das Thema Impfungen gut zu durchdenken – unabhängig von einer Turnierteilnahme. 

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