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Die Verdauung des Pferdes

Die Verdauung des Pferdes beginnt nicht erst im Magen, sondern bereits deutlich vorher: schon die Nahrungsaufnahme über die Zähne ist ein Teil des Verdauungssystem. 

Zähne

Das Pferd verfügt über unterschiedlich viele Zähne, denn die Hengstzähne (auch als Hakenzähne oder Canini bekannt) haben meist nur Hengste. Pferde haben also zwischen 40 und 44 Zähne, wobei die Schneidezähne ideal sind, um Gräser und Sträucher abzurupfen – Pferde sind schließlich Steppentiere und deswegen auf diese Nahrung spezialisiert. Die Backenzähne, insgesamt 24 an der Zahl, dienen dann dem Zermahlen des Futters, bevor es den Weg über die Speiseröhre in den Magen und schlussendlich in den Darm findet.

Speiseröhre

Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch, der das eingespeichelte und zerkleinerte Futter in den Magen transportiert. Der Mageneingang der Pferde weist anatomische Besonderheiten auf, sodass ein Pferd sich nicht übergeben kann.

Magen

Der Magen ist vergleichsweise klein, denn er hat ein Fassungsvermögen von 8 bis 15 Litern. Die verhältnismäßig kleine Größe erklärt auch, warum das Pferd kontinuierlich Zugang zu Raufutter haben sollte, denn gerade wenn die Pferde einen leeren Magen haben, kann bei sportlicher Betätigung, zum Beispiel einer Reitstunde oder auch eine ausgelassene Bocksprung-Einheit auf dem Paddock, die Magensäure überschwappen und schlussendlich zu Magengeschwüren führen. Magengeschwüre sind heutzutage eine der häufigsten Erkrankungen, welche oftmals allerdings unentdeckt bleiben, deswegen jedoch nicht weniger wehtun. Der Magen ist geteilt in eine Schleimhaut ohne und eine mit Drüsen.

Darm

Insgesamt umfasst der Darm je nach Pferdegröße 25 bis 40 Meter und entspricht damit grundsätzlich ungefähr einem Zehnfachen der jeweiligen Pferdelänge. Der Darm wird unterteilt in den Dünndarm, den Blinddarm, den Dickdarm und den Mastdarm.

Der Dünndarm liegt zwischen dem Magen und dem Blinddarm und ist in drei Teile unterteilt, dem Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Hüftdarm. Er ist zwischen 20 und 30 Meter lang und nimmt damit einen Großteil der Gesamtlänge des Darms ein. Aufgehängt ist er an der sogenannten Gekrösewurzel, welche ihm ausreichend Freiheit gibt, um im Bauchraum frei zu schwimmen.

Der Blinddarm misst knapp einen Meter beim ausgewachsenen Pferd und fasst bis zu 68 Liter. Er befindet sich auf der rechten Seite eines Pferdes und gemeinsam mit dem Dickdarm bildet er die Gärkammer, um so die Zelluloseverdauung vorzunehmen. Er beginnt unterhalb der Lendenregion und zieht sich dann über die rechte Hungergrube bis zur Brustbeinspritze.

Der Dickdarm hat ein Fassungsvermögen von knapp 80 Litern und wird in großes Kolon, Querkolon und kleines Kolon unterteilt. Die einzelnen Abschnitte des Dickdarms, der frei und ohne feste Fixierung in der Bauchhöhle liegt, weisen Bandstreifen auf, anhand derer sie ein routinierter Tierarzt bei der rektalen Untersuchung auch schnell auseinanderhalten kann.

Als letzten Abschnitt gibt es den Mastdarm, welcher mit dem After verbunden ist. 

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